Blog 2.0

Über die Zukunft dieses Blogs

Mir ist aufgefallen, dass mit dem Fortschreiten meiner persönlichen Ausbildung die Beiträge dieses Blogs tendenziell immer anspruchsvoller geworden sind. Sprich, dass sie teilweise viel mathematisches oder physikalisches Vorwissen voraussetzen, ohne das der Inhalt nicht vollständig nachvollziehbar ist (#hochnäsig). Dies widerspricht eigentlich der Grundidee des Blogs. 

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Das Muonium Antimatter Gravity Experiment

Im Beitrag “Anti-Gravitation” habe ich darüber geschrieben, wie wenig bis heute in Bezug auf das Gravitationsverhalten von Antimaterie experimentell gesichert ist. Und das obwohl sich einige der grössten theoretischen Probleme der modernen Physik erklären liessen, falls sich das Gravitationsverhalten von Antimaterie als anders im Vergleich zu demjenigen der gewöhnlichen Materie herausstellen sollte – ich habe diesbezüglich in “Anti-Gravitation” eine alternative Erklärung für die anomalen Galaxie-Rotationskurven vorgestellt. Höchste Zeit also, dass die Gravitation von Antimaterie experimentell untersucht wird. Genau dies ist das Ziel des am Paul Scherrer Institut (PSI) geplanten Muonium Antimatter Gravity Experiments (MAGE). In diesem Beitrag werde ich die wichtigsten Ideen des Experiments vorstellen. Aber der Reihe nach…

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Wolkig mit Aussicht auf Trainingsdaten

Einleitung

Heute werden der Bedeckungsgrad des Himmels und die Typen der am Himmel vorhandenen Wolken noch immer weitgehend von menschlichen Beobachterinnen und Beobachtern bestimmt. Und das im 21. Jahrhundert! Die Nachteile sind offensichtlich: die auf menschlicher Beobachtung basierenden Daten sind immer zu einem gewissen Grade subjektiv und nur bedingt vergleichbar. Dazu ist die zeitliche Auflösung der Messungen gering, für die Nächte und wohl auch die meisten Feiertage und Wochenenden fehlen die Daten komplett. Deshalb braucht es eine neue, computerbasierte Lösung. Während meinem Zivildiensteinsatz am Physikalisch-Meteorologischen Observatorium in Davos / World Radiation Center (PMOD/WRC) habe ich an einem Algorithmus gearbeitet, der Wolken auf Infrarotbildern des gesamten Himmels erkennen kann. Dabei habe ich Techniken des überwachten maschinellen Lernens verwendet. In der Folge werde ich die Grundideen des Algorithmus kurz vorstellen und Beispiele von ausgewerteten Himmelsbildern zeigen. Continue reading “Wolkig mit Aussicht auf Trainingsdaten”

Condensed Matter Report

Im Rahmen des Kurses “Condensed Matter Physics” an der University of Toronto habe ich einen Report zum Thema “Higgs Modes in Superconductors” verfasst. Es ging darum, sich mithilfe von wissenschaftlichen Papers in ein Thema einzulesen, über das man vor dieser Arbeit noch nichts wusste. Das Thema ist sehr komplex und geht über den Stoff hinaus, den man gewöhnlich im Bachelor Physik durchnimmt. Entsprechend habe ich lange gebraucht, um einigermassen den Überblick über all die verschiedenen Fachbegriffe zu bekommen. Ich habe versucht alles so klar wie möglich darzustellen, der Report dürfte aber für Nicht-Physikstudierende schwierig zu verstehen sein.

Higgs Modes in Superconductors

Und sie drehen sich

Simulation der Umlaufbahnen

Wie genau bewegen sich die Planeten? Wie sehen ihre Umlaufbahnen aus? Wann werden sie sich wo befinden? Die besten Köpfe der Wissenschaft haben sich früher mit diesen Fragen beschäftigt und dabei bahnbrechende Entdeckungen gemacht. Heute kann sich jeder mit einigen Kenntnissen der Programmiersprache Python und der Numerischen Methoden eine eigene Simulation des Sonnensystems programmieren. Continue reading “Und sie drehen sich”

Gausssche Osterformel

Bereits im 1. Jahrhundert nach Christus wurde das Osterdatum auf den ersten Sonntag nach dem Frühlingsvollmond (Vollmond zwischen 21. März und 19. April) festgelegt. Das frühstmögliche Osterdatum im Jahr ist somit der 22. März (Vollmond am 21. März, Sonntag am 22. März), das späteste der 26. April (Vollmond und Sonntag am 19. April). Nun möchte man natürlich jedes Jahr das genaue Osterdatum kennen, nicht zuletzt da ja weitere Feiertage wie Auffahrt oder Pfingsten davon abhängen. Wie macht man das? Continue reading “Gausssche Osterformel”